Psychologie

Creative Gelassenheit – warum Stress Kreativität scheut wie der Teufel das Weihwasser

Gastbeitrag von Melanie Amélie Pump

Stress ist super – vor allem, wenn man einem Säbelzahntiger gegenübersteht. Ach, das passiert dir gar nicht so regelmäßig? Und warum hast du dann Stress?

Heutzutage stressen uns alle möglichen Dinge: Konflikte in der Partnerschaft, Druck am Arbeitsplatz, Probleme im Alltag, Zeitmangel … egal, welche Form, und schon gehen die Stresshormone durch die Decke. Das ist leider so gar nicht gesund und schadet deinem Körper langfristig viel mehr, als man zunächst denkt.

Ein Glück gibt es ebenso viele Gegenmaßnahmen wie Gründe für Stress – mein persönliches Lieblingswerkzeug: Kreativität.

„Das Werk, das man malt, ist eine Art, Tagebuch zu führen.“

Schöner als Picasso kann ich es nicht ausdrücken. Und Tagebuch zu führen ist eine in der Tat sehr effektive Methode, um die eigenen Gefühle auszudrücken, loszulassen und sich selbst eine Reflektionsfläche zu bieten. Und genau darum geht’s, wenn du Stress kreativ begegnen willst.

Oftmals ist es so, dass man die Umstände oder Situationen, die in uns Stress auslösen, nicht sofort oder ganz auflösen kann. Dann müssen wir ein Ventil finden, um den Druck trotzdem loszuwerden, statt ihn in uns hineinzufressen. Genau dabei hilft der kreative Ausdruck wie z. B. in einem Tagebuch oder einer anderen Kreativitätstechnik. Oder hast du schon mal probiert, mit Farbe auf Papier zu schreien? Kunst ist der ultimative Ausdruck unterdrückter Emotionen und damit optimal gegen Stress.

Dein kreatives Ich

Auf die Frage „Bist du kreativ?“ wehren die meisten direkt ab. „Nein, ich bin nicht kreativ, ich hab auch gar kein Talent.“ Dann muss ich immer schmunzeln. Denn so etwas wie einen Menschen ohne Kreativität gibt es nicht. Kann es nicht geben, denn dann wäre keiner von uns in der Lage, seinen Alltag zu bewältigen. Okay, es steckt nicht in jedem ein Picasso, Goethe oder Spielberg, aber das heißt nicht, dass du deswegen talentfrei bist.

Die erste Herausforderung, um langfristig creative gelassen zu sein, besteht also darin, das eigene kreative Ich auszugraben, auf die Füße zu stellen und ihm einen Klaps auf den Po zu geben, damit es wieder losläuft. Und dann musst du loben, loben, loben, damit es sich auch traut. Dann wird es dir allerdings binnen kürzester Zeit hervorragende Dienste leisten – gerade im Bezug auf deinen Stress. Denn mit Kreativität ist es genau wie mit jedem anderen Muskel: Trainiere ihn hart und regelmäßig und er wird stark!

Welches Medium du dabei wählst: Schreiben, Malen, Tanzen, Kochen …, bleibt allein dir und deinem Geschmack überlassen.
Einzige Regel: Es geht nicht darum, was am besten wird, sondern was am meisten Spaß macht!

Mach mal anders

Stress entsteht häufig, weil wir eine bestimmte Situation mit unseren vorgefassten Erfahrungsblicken und Meinungsbrillen ansehen und die „schon wieder“ oder „immer ich“ oder eine ähnliche Bewertung stresst.

Kreativität bietet genau an dieser Stelle die Möglichkeit, einmal eine neue Sichtweise auszuprobieren. Wenn es im Stau nicht weitergeht, versuch mal gezielt, die Situation so zu betrachten, als wäre sie ein Sketch.  Was ist lustig? Oder wenn dich jemand stört mit seinem Benehmen, dann beobachte dieses so intensiv, bis du zu der Erkenntnis kommst: „Wow, ist das faszinierend, wie dieser junge Mann sein Kaugummi mit offenem Mund zermahlt – ich kann jeden Zahn einzeln mahlen sehen.“

Du merkst, Humor ist die kleine Schwester der Kreativität und die beiden ergänzen sich vortrefflich.

Wer schreibt, der bleibt

Kommen wir noch mal zum Schreiben zurück. Ich persönlich habe jahrelang Morgenseiten geschrieben, eine Mischung aus Tagebuch und morgendlicher Meditation. Darüber hinaus schreibe ich Blogs, Gedichte und Bücher – und das hilft mir alles, weil es meinen Kopf „leert“. Und was einmal auf Papier ist, hat einen besseren Platz gefunden als im Gedankenkarrussel. Es gab aber auch eine Zeit, da konnte ich nicht schreiben und musste notgedrungen eine andere kreative Ausdrucksform wählen. Damals habe ich angefangen Acryl zu malen. Faszinierend, so ein Wechsel der Kunstform!

Ich empfehle also gern das Schreiben – und noch lieber alle anderen Formen des künstlerischen Ausdrucks. Die Mischung macht’s und am Ende zählt wie gesagt nur: Finde deine Form, praktiziere sie regelmäßig und lass dir so deinen Horizont erweitern, um den kleinen und großen Problemen des Lebens kreativer zu begegnen.

So geht creative Gelassenheit.

Viel Spaß bei der Umsetzung wünscht
deine Amélie – dein Creativeer®

Referentin: Melanie Amélie Pump

Am 10. September kannst du Melanie Amélie Pump in Hamburg bei unserem W.I.N BusinessMeeting erleben. Melde dich geich an.